von Stulz-Schriever’sche Stiftung

Ein neues Dach für Maria Frieden – und ein Versprechen für die Zukunft

Wenn man von außen auf das Gebäude „Maria Frieden" schaut, sieht man nun neue, sorgfältig verlegte Biberschwanzziegel, einen restaurierten Glockenturm mit vergoldeter Spitze und
das Ergebnis von 25 Monaten intensiver Arbeit. Was man nicht sieht: die Tausenden von Entscheidungen, die Geduld aller Beteiligten und das Vertrauen, das dieses Projekt getragen hat. 

Im Juni haben das neue Dach unseres denkmalgeschützten Gebäudes offiziell eingeweiht. Nicht mit Pomp, sondern mit denjenigen, die es möglich gemacht haben: den Handwerkerinnen
und Handwerkern, den Lehrkräften, den Mitarbeitenden, den Schülerinnen und Schülern und unseren Gästen. 

Ein Dach, das Geschichte hat 
Maria Frieden ist kein gewöhnliches Gebäude. Schon viele Jahre bietet es Kindern und Jugendlichen einen Ort zum Lernen, Wohnen und Aufwachsen. Die Stulz-von-Ortenberg-Schule und
das Kinder- und Jugendheim der von Stulz-Schriever'schen Stiftung sind hier zu Hause. Dieses Erbe verpflichtet. Es war der Grund, warum nicht länger zugewartet werden. Undichtigkeiten, unzureichende Dämmung, ein restaurierungsbedürftiger Glockenturm....Es wurde immer deutlicher, dass irgendwann Schadensbegrenzung nicht mehr ausreicht. Es braucht eine
nachhaltige Lösung. 

25 Monate Bauzeit – mitten im Betrieb 
Im Juni 2024 begannen die Arbeiten. Was folgte, war ein Projekt unter laufendem Betrieb. Während auf dem Dach gebaut, gedämmt und geziegelt wurde, lief der Schulbetrieb weiter. Kinder
hatten Unterricht, Jugendliche lebten in den Wohngruppen, Mitarbeitende taten ihren Dienst. Zwei Jahre Baustelle im Alltag erforderte von allen Beteiligten außerordentliche Geduld, Flexibilität und Anpassungsfähigkeit. 
Das Ergebnis ist beeindruckend: 36 Mansardengauben, 3 Satteldachgauben, 3 große Schleppgauben und 11 Fledermausgauben wurden erneuert oder instand gesetzt. Verarbeitet
wurden rund 50.000 Biberschwanzziegel, 2.500 m² Holzfaserplatten, 15.000 Meter Dachlatten und 3.500 Schieferplatten. Insgesamt flossen rund 12.000 Arbeitsstunden in dieses Projekt. Es gab  kein einziger schwerer Arbeitsunfall. 

Das Highlight ist der Glockenturm 
Besonders stolz sind wir auf die Restaurierung des Glockenturms. Mit neuer Kupferverkleidung, instand gesetzter Kuppel und vergoldetem Kreuz ist er wieder ein sichtbares Zeichen für diesen besonderen Ort. Auch die historische Schulglocke wurde im Zuge der Arbeiten erneuert – und läutete beim Festakt zum ersten Mal wieder. 

Federführend koordinierte die Sanierung Zimmerermeisterin Nadine Jülg-Schenkel von der Firma Jülg ökologischer Holzbau – Obermeisterin der Zimmerer-Innung Mittelbaden
und Kreishandwerksmeisterin Mittelbaden. Gemeinsam mit ihrem Team und den beteiligten Gewerken – Gerüstbau, Blechner, Maler, Fensterbauer, Elektriker, Gipser und viele mehr – hat sie dieses komplexe Projekt mit großem Sachverstand umgesetzt. „Nach über 33 Jahren im Zimmererhandwerk kann ich sagen: Es gibt Baustellen, die vergisst man. Und es gibt Baustellen, die bleiben. Maria Frieden wird für mich immer zu den besonderen Projekten gehören.", so Nadine Jülg-Schenkel, Zimmerermeisterin..
Oberbürgermeister Thomas Jung, Vorsitzender des Verwaltungsrats der Stiftung, betonte in seiner Rede die lange Verbundenheit zwischen Stadt und Stiftung: Von 1995 bis 2005 waren Teile des städtischen Jugendamts und die Stiftung zehn Jahre gemeinsam im Gebäude untergebracht. Diese Kooperation lebt bis heute und sie zeigt sich auch in der gemeinsamen Bereitschaft, langfristig zu investieren. Für uns als Stiftung war dieses Projekt ein erheblicher Kraftakt. Aber es war der richtige. Denn an der Qualität sozialer Infrastruktur entscheidet sich, wie ernsthaft wir
es meinen, wenn wir von Chancengleichheit sprechen. Dieses Dach ist kein Luxus. Es ist eine Grundlage. 

Ein herzlicher Dank 
Wir danken allen, die dieses Projekt ermöglicht haben: der Denkmalbehörde für die konstruktive Zusammenarbeit, der Energieberatung, allen beteiligten Firmen und Gewerken, der Schulleitung und den Mitarbeitenden für ihre Geduld, unseren Vorgängern in der Geschäftsführung für den weitsichtigen Anstoß – und nicht zuletzt den Kindern und Jugendlichen, die zwei Jahre Baustelle im Alltag mitgetragen haben.
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