von Stulz-Schriever’sche Stiftung

Aus einem Gebäude wird ein Zuhause

„Wir weihen heute kein Gebäude ein, wir eröffnen einen Lebensort", sagte Daniel Gerlich, Pädagogischer Geschäftsführer der von Stulz-Schriever'schen Stiftung, bei der feierlichen Eröffnung des sanierten Hauses im Schindelmacherweg in Oberbeuern. Aus einem Wohnhaus aus den 1960er-Jahren ist ein Zuhause auf Zeit für eine koedukative Wohngruppe geworden, beschrieb Gerlich den Anspruch, den die Stiftung mit dem Projekt verbindet.

Innerhalb von elf Monaten sanierte die Stiftung das rund 350 Quadratmeter große Haus komplett. Die energetische Modernisierung erfüllt den KfW-85-EE-Standard. Die Handwerksbetriebe passten die Grundrisse an die neue Nutzung an und erneuerten die gesamte Technik. Insgesamt waren 20 Firmen und sechs Fachplanungsbüros an dem Projekt beteiligt. Trotz unerwarteter Herausforderungen wie Wespenbefall und Pilzbefall im Mauerwerk hielt die Stiftung den vereinbarten Kosten- und Zeitrahmen vollständig ein, erläuterte Martin Wurz Architekt und Bauleiter den Gästen.

Das Projekt wurde auch durch die Unterstützung vieler Beteiligter möglich. „Die Verkäuferfamilie verzichtete auf einen Teil des Kaufpreises, der beauftragte Makler auf einen Teil seiner Courtage. Mehrere Handwerksbetriebe gewährten Preisnachlässe. Die Helga-Schulz-Zöller-Stiftung stellte zudem erhebliche Fördermittel zur Verfügung und machte das Projekt so überhaupt erst möglich“, betonte Simon Kamenowski, Kaufmännischer Geschäftsführer und dankte allen Beteiligten für ihren Einsatz, besonders Architekt Martin Wurz für die klare und verlässliche Projektsteuerung.

In der neuen Wohngruppe leben künftig Jugendliche gemeinsam mit ihren Betreuerinnen und Betreuern. Die Gruppenleitung hat Sozialpädagoge Dennis Kienzle inne, der als Partizipationsbeauftragter der Stiftung auch die Heimsprecherinnen und Heimsprecher sowie den Heimbeirat begleitet. „Wir freuen uns, diese Immobilie in Zukunft mit Leben füllen zu können und sie zu einem Ort zu gestalten, an dem Jugendliche Sicherheit, Unterstützung und neue Perspektiven finden", sagte Kienzle.

Auch eine künftige Bewohnerin kam bei der Eröffnung zu Wort. Stina, die die Jugendlichen bei der Feier vertrat, freut sich besonders auf ihr neues Zimmer, auf das große Haus, in dem man sich bei Bedarf auch mal aus dem Weg gehen kann, und auf den Garten, den die Jugendlichen künftig selbst gestalten dürfen.

Herr Erster Bürgermeister Alexander Wieland betonte in seiner Begrüßung wie wertvoll die Arbeit der Jugendhilfe und wie wichtig es ist, Räume der Geborgenheit und Sicherheit für Kinder und Jugendliche zu schaffen, die der Unterstützung bedürfen.

Zum Abschluss der Feier übergaben die Geschäftsführer den symbolischen Schlüssel an Dennis Kienzle und Fachbereichsleiter Thorsten Schlegel. Das Haus erhielt außerdem ein „Buch der guten Wünsche", in das Gäste und Mitarbeitende persönliche Gedanken für die künftigen Bewohnerinnen und Bewohner eintrugen.

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