von Stulz-Schriever’sche Stiftung
Stulz-von-Ortenberg-Schule tritt bundesweitem Netzwerk gegen Rassismus bei
„An unserer Schule lernen rund 170 Schülerinnen und Schüler aus 21 Nationen. Jede und jeder hat das Recht, hier frei und sicher zu leben, egal welcher Hautfarbe, Religion, Staatsangehörigkeit oder sexuellen Orientierung." Mit diesen Worten brachte Florian Porer, Projektkoordinator und stellvertretender Schulleiter, auf den Punkt, worum es bei der Aufnahme der Stulz-von-Ortenberg-Schule in Baden-Baden in das bundesweite Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage" geht. „Deshalb möchte ich den Auftrag auch etwas weiter fassen", so Porer, „und sagen: Schule ohne Diskriminierung und Ausgrenzung." Er betonte, dass das Projekt weit über die Bekämpfung von Rassismus gehe und sich gegen jede Form der Diskriminierung richte.
Auf dem Schulhof feierten alle Klassen sowie das gesamte Kollegium die offizielle Aufnahme in das Netzwerk. Das Schulorchester eröffnete den rund 45-minütigen Festakt musikalisch. Die Stulz-von-Ortenberg-Schule ist damit erst die zweite Schule in Baden-Baden, die dem Bündnis beitritt. Schulleiter Benjamin Raithel, der den Festakt moderierte, nannte die Aufnahme mehr als eine Auszeichnung: „Mit der Aufnahme in dieses Netzwerk bekennen wir uns zu einer Haltung, die von Respekt, Menschlichkeit und gegenseitiger Wertschätzung geprägt ist."
Als Projektpaten sprachen Oberbürgermeister Thomas Jung und die frühere Schulleiterin Irmgard Hanfland zu den Schülerinnen und Schülern. Jung, zugleich Verwaltungsratsvorsitzender der von Stulz-Schriever'schen Stiftung, nahm die Patenschaft nach eigenen Worten ohne Zögern an. Er betonte die Bedeutung von Vielfalt und Respekt für das gesellschaftliche Miteinander und äußerte den Wunsch, dass weitere Schulen der Stadt dem Netzwerk folgen. Hanfland erinnerte an ihre Zeit als Schulleiterin und betonte, dass Vielfalt und Gemeinschaft nicht bei Worten stehen bleiben dürfen, sondern sich in täglichen Taten zeigen müssen. „In meinem Klassenzimmer hing immer der Artikel 1 unseres Grundgesetzes: Die Würde des Menschen ist unantastbar", sagte sie.
Die Schülerinnen und Schüler gestalteten das Programm selbst mit. Die Klasse RS8 zeigte ein selbst entwickeltes Theaterstück darüber, was Courage im Schulalltag bedeutet: hingehen statt wegsehen, wenn andere ausgegrenzt werden. Mit ihrer authentischen Darstellung vermittelten sich eindrucksvoll, dass jede und jeder Verantwortung dafür trägt, Zivilcourage zu zeigen und sich für andere einzusetzen. Der Spezialchor sang das Freiheitslied „Die Gedanken sind frei", ein seit Jahrhunderten bekanntes Lied für Gedankenfreiheit und das Recht auf ein Leben ohne Unterdrückung sowie „Wir ziehen in den Frieden" mit seiner Botschaft von Zusammenhalt und Hoffnung. Die jahrgangsgemischte Klasse 2/3 trug das Gedicht „Die bunten Farben unserer Schule" vor, das Schulorchester umrahmte die Feier musikalisch mit der Europahymne.
Porer nahm die Schülerinnen und Schüler zudem mit auf den Weg, den die Schule bis zur Aufnahme in das Netzwerk zurückgelegt hat, und sprach mit ihnen offen über die zentralen Begriffe des Projekts: Was bedeutet Rassismus, was heißt Courage, wie zeigen sich Vielfalt und Respekt im Alltag. Die Kinder und Jugendlichen beteiligten sich mit eigenen Fragen und Erfahrungen. Seine Worte machten deutlich, dass sich das Projekt gegen jede Form der Benachteiligung richtet und weit über den Kampf gegen Rassismus hinausgeht.
Einen besonderen Moment bildete die offizielle Aufnahme in das bundesweite Netzwerk durch Andreas Haiß, Landeskoordinator Baden-Württemberg von „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage". Er überreichte Urkunde und Netzwerkschild und würdigte das Engagement der gesamten Schulgemeinschaft. „Man darf den Tag heute als Meilenstein bezeichnen", betonte Haiß und dankte der Schule für ihr Bekenntnis zu Demokratie, Vielfalt und Zivilcourage. Er kündigte weitere gemeinsame Projekte mit der Landeskoordination an.
Von der ersten bis zur zehnten Klasse verfolgten die Schülerinnen und Schüler die Beiträge aufmerksam und beteiligten sich an den Gesprächsimpulsen. Für die Stulz-von-Ortenberg-Schule ist die Aufnahme in das Netzwerk kein Schlusspunkt, sondern ein Auftakt und ein Auftrag: Respekt, Vielfalt, Toleranz und Zivilcourage sollen den Schulalltag jeden Tag aufs Neue mit Leben füllen.